
Sicherheit im Lager: Wichtige Maßnahmen und Vorschriften für einen sicheren Betrieb
In Lagerhallen lauern viele potenzielle Gefahren, von Flurfahrzeugen und schweren Maschinen über hohe Regale bis hin zu chemischen Substanzen. Um Unfälle zu vermeiden und die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen, sind klare Sicherheitsmaßnahmen und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften unverzichtbar.
Wir zeigen Ihnen, welche Maßnahmen und Sicherheitsunterweisungen für einen sicheren und effizienten Lagerbetrieb unerlässlich sind und warum die optimale Raumlösung einen wesentlichen Beitrag zu mehr Sicherheit im Lager leistet.
Warum Sicherheit im Lager essentiell für Ihren Betrieb ist
Jeder zehnte Arbeitsunfall passiert in Deutschland beim Lagern, Be- oder Entladen.
In Summe sind das rund 89.000 Lagerunfälle jährlich. Dazu zählen beispielsweise Quetschungen beim Be- oder Entladen, das Zusammenstoßen mit Lagerfahrzeugen, aber auch Verletzungen durch herabfallende Waren oder an Regalkanten. Diese Arbeitsunfälle können schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Mitarbeiter sowie für den Betrieb selbst haben.
Arbeitsunfälle sind in Deutschland meldepflichtig, wenn die versicherte Person aufgrund des Unfalls mehr als drei Tage arbeitsunfähig ist. Arbeitgeber oder deren Bevollmächtigte müssen den Unfall innerhalb von drei Kalendertagen bei der zuständigen Berufsgenossenschaft melden. Aus den Informationen zur Arbeitstätigkeit und den beteiligten Arbeitsmitteln bzw. technischen Anlagen werden die Risiken und Gefahren ermittelt und notwendige Maßnahmen zur Prävention von Unfällen erarbeitet. Die Meldung stellt außerdem sicher, dass die betroffene Person die ihr zustehenden Leistungen wie Verletztengeld und Rehabilitation erhält. Eine korrekte und sichere Lagerung reduziert die Unfallwahrscheinlichkeit und ist daher für Unternehmen ein zentraler Aspekt in der Lagerung und Logistik.
Gefahrenquellen gibt es in Lagerhallen zahlreiche. Welche die häufigsten Gefahren in Bezug auf Arbeitssicherheit in Lagerhallen sind, zeigen wir Ihnen in folgender Tabelle:
Art der Gefahrenquelle | Beispiele für Risiken |
|---|---|
Elektrizität |
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Chemikalien und andere Stoffe |
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Flurförderzeuge und Arbeitsmittel |
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Arbeitsstätte |
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Lagergut und Art der Lagerung |
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Personenbezogene Risiken |
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Gefahrenanalyse und Risikobewertung im Lager: Das ist zu beachten
Um Maßnahmen treffen zu können, die die Unfallwahrscheinlichkeit reduzieren und die Lagersicherheit verbessern, müssen im ersten Schritt die verschiedenen Risiken identifiziert und bewertet werden. Das liegt in der Verantwortung des jeweiligen Betriebs.
Wir zeigen Ihnen, wie eine Gefährdungsbeurteilung in der Praxis erfolgt:
1. Identifikation von Gefahren: Alle Arbeitsplätze, Maschinen, Fahrzeuge und Verkehrswege werden auf mögliche Gefahrenquellen hin untersucht.
2. Auswirkung der Arbeit und der Risiken auf die Mitarbeiter: Dazu gehören mögliche Verletzungen, ergonomische Belastungen und Auswirkungen auf die Psyche.
3. Entwicklung von Schutzmaßnahmen: Basierend auf der Risikobewertung werden geeignete Schutzmaßnahmen entwickelt:
- Technische Maßnahmen: Gibt es Alternativen zu den angedachten Maschinen, die weniger gefährlich sind?
- Bauliche Maßnahmen: Können bauliche Veränderungen die Risiken reduzieren oder eliminieren?
- Prozessorientierte Maßnahmen: Kann eine Änderung der Betriebsabläufe und Arbeitsprozesse die Risiken reduzieren oder eliminieren?
- Personenbezogene Maßnahmen: Bietet eine Schutzausrüstung den notwendigen Schutz der Mitarbeiter? Reduzieren regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter die Risikowahrscheinlichkeit?
Zusätzlich zur Gefährdungsbeurteilung ist die betriebliche Notfallplanung ein weiterer wichtiger Aspekt des Arbeitsschutzes. Eine Notfallplanung umfasst die Vorbereitung auf sämtliche ein Unternehmen betreffende Risiken, wie Brände und Explosion, abnehmende Verkaufszahlen, Personalmangel oder Softwareausfall. Ziel der betrieblichen Notfallplanung ist es, die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten und Schäden an der Infrastruktur zu minimieren.
Sicherheit im Lager: 8 Tipps für Gefahrenminimierung im Lager
Unfälle und Verletzungen im Lagerbetrieb können vermieden werden. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Tipps die Lagersicherheit verbessert und gleichzeitig auch die Effizienz und Produktivität erhöht wird.
1. Regelmäßige Wartung und Prüfung von Arbeitsmitteln
Eine regelmäßige Wartung von Maschinen, Flurförderzeugen und Geräten ist Pflicht, um die Lagersicherheit anhaltend zu gewährleisten. Denn durch wiederholtes Be- und Entladen können Regale oft auch nicht sichtbar beschädigt werden und die Verletzungs- sowie Einsturzgefahr erhöhen. Nach der BetrSichV sind Arbeitgeber verpflichtet, den sicheren Zustand von überwachungsbedürftigen Anlagen regelmäßig überprüfen zu lassen. Durch die Regalinspektion nach DIN EN 15635 sollen Schäden an Regalen zudem frühzeitig erkannt und beseitigt werden können.
2. Optimale Lagerplanung und -organisation
Eine durchdachte Lagerplanung und -organisation ist entscheidend, um Unfälle zu vermeiden. Ein gut strukturiertes Lager reduziert das Risiko von Stolperfallen und verbessert den Materialfluss. Ausschlaggebend dafür ist auch, geeignete Regale zu wählen und ein optimiertes Regalsystem einzuführen.
An die Betriebsabläufe und Flurförderzeuge angepasste Verkehrswege sowie gut markierte Lagerbereiche tragen erheblich zur Sicherheit im Lager bei. Zusätzlich sorgen Schutzplanken für optimale Sicherheit und Schutz.
3. Schulungen und Unterweisungen für Mitarbeiter
Zur Arbeits- und Lagersicherheit sollten Mitarbeiter regelmäßige Schulungen und Sicherheitsunterweisungen erhalten. Die Inhalte und Frequenz dieser Schulungen müssen dokumentiert werden. Ein Großteil der Arbeitsunfälle passiert im Zusammenhang mit Flurfördermitteln. Daher sind zur Bedienung von Flurförderzeugen und Fahrtechniken spezifische Schulungen durchzuführen.
4. Ergonomie und persönliche Schutzausrüstung
Ergonomische Arbeitsplätze und die richtige persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzbrillen, Helme und Handschuhe tragen erheblich zur Sicherheit bei und schützen vor vielen Verletzungsrisiken. Allerdings können sie falsches Heben und einseitige Belastungen nicht verhindern – hierfür sind gezielte Schulungen und ergonomisches Arbeiten entscheidend. Essentiell ist außerdem, die Schutzausrüstungen regelmäßig zu überprüfen und zu warten.
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5. Umgang mit Gefahrstoffen
Der sachgerechte Umgang mit Gefahrstoffen umfasst die sichere Lagerung, Kennzeichnung und Entsorgung von Chemikalien und anderen gefährlichen Materialien. Um Mitarbeiter, die mit Gefahrstoffen arbeiten, zu schützen, sind die Vorschriften und Schutzmaßnahmen gemäß Gefahrstoffverordnung (GefStoff) einzuhalten.
6. Schutz vor Stürzen und herabfallenden Gegenständen
Um Stürze und Verletzungen durch herabfallende Gegenstände zu vermeiden, sind Lagerregale stabil und richtig zu beladen. Die richtige Stapeltechnik ist daher essentiell. Schutzvorrichtungen wie Absturzsicherungen und Gitter können zusätzlich zur Sicherheit beitragen.
7. Dokumentation von Warenausgaben
Um den Diebstahlschutz im Lager zu erhöhen, werden alle Warenbewegungen genau dokumentiert. Das betrifft die Erfassung von Warenausgaben, Retouren sowie der Lieferketten.
8. Anbringung von Sicherheitskennzeichen und Notausgangsbeleuchtung
Mit Sicherheitskennzeichen können in Lagerhallen klare und verständliche Hinweise auf mögliche Gefahren und erforderliche Verhaltensweisen gegeben werden. Dazu zählen beispielsweise Verbots- und Gebotszeichen sowie Warnzeichen, die auf potenzielle Gefahren hinweisen. Markierte Notausgänge und Rettungswege, Notausgangstüren und Notausgangsleuchten, die auch bei Stromausfall leuchten, tragen ebenfalls zur Sicherheit im Lager bei.
Rechtliche Grundlagen und Vorschriften für die Lagersicherheit im Überblick
Das Thema Sicherheit im Lager steht im Fokus vieler Gesetze, Verordnungen und Normen. Betreiber von Lagerhallen müssen daher mit den geltenden rechtlichen Vorschriften vertraut sein, um alle wesentlichen Sicherheitsbestimmungen einzuhalten.
Übersicht der relevanten Gesetze und Verordnungen
Regelungen zur generellen Arbeitsplatzsicherheit finden sich unter anderem in folgenden Gesetzen:
- Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) regelt die Benutzung von Betriebsmitteln. Die verschiedenen Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) konkretisieren die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung im Bereich Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene.
- Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) bildet die Grundlage für den Arbeitsschutz in Deutschland und enthält allgemeine Vorschriften zu Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Sie regelt auch die Gefährdungsbeurteilung.
- Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) konkretisiert die Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes für Arbeitsstätten einschließlich Lager.
Die deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) definiert folgende Vorschriften und Regeln im Zusammenhang mit Lagerhallen und Flurfahrzeugen:
- DGUV Regel 108-007: Enthält spezifische Vorgaben zur Sicherheit von Lagereinrichtungen und -geräten.
- DGUV Vorschrift 68: Regelt die Sicherheit von Flurförderzeugen in Betrieben und enthält Bestimmungen zu deren Beschaffenheit, der Inbetriebnahme und der Prüfung.
- DGUV Grundsatz 308-001: Durch genaue Angaben zu den Anforderungen regelt dieser Grundsatz die Qualifizierung und Beauftragung der Fahrer von Flurförderzeugen.
Mit der BGV D27 hat die Berufsgenossenschaft eine eigene Unfallverhütungsvorschrift angewiesen. Sie enthält genau Angaben zur Vermeidung von Unfällen und Verletzungen durch den Einsatz von Flurförderzeugen.
Auf europäischer Ebene widmen sich Normen dem sicheren Betrieb von Lager- oder Logistikhallen:
- Die DIN EN 528 definiert Sicherheitsanforderungen für alle schienengebundenen Regalbediengeräte.
- Die DIN EN 15512 enthält Richtlinien und Anforderungen für die Konstruktion, Berechnung und Prüfung von ortsfesten, verstellbaren Palettenregalen aus Stahl.
- Die DIN EN 15635 definiert Leitlinien für die statische Sicherheit von Lagersystemen.
Dokumentation und Nachweispflichten
Arbeitsschutz und Lagersicherheit sind in Deutschland an eine Reihe gesetzlich verankerter Dokumentationspflichten geknüpft. Betriebe sind verpflichtet, Nachweise über alle durchgeführten Sicherheitsüberprüfungen, Wartungsarbeiten und Schulungsunterlagen zu führen. Diese Dokumentation bzw. das Prüfbuch dient sowohl als Beleg für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften als auch zur Nachverfolgung und Verbesserung interner Sicherheitsprozesse.
Auch das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung muss von Arbeitgebern dokumentiert und die daraus resultierenden Maßnahmen zur Optimierung des Arbeitsschutzes festgehalten werden. Für Betriebe bis zu zehn Beschäftigte gibt es erleichternde Dokumentationspflichten.
Ebenso müssen Arbeitsmitteln und Anlagen regelmäßig geprüft und dessen Prüfung dokumentiert werden. Für die Prüfung überwachungsbedürftiger Anlagen – dazu zählen beispielsweise Lagerhallen, in denen entzündbare Flüssigkeiten mit bestimmtem Gesamtrauminhalt gelagert werden – bestehen spezielle Dokumentationsvorschriften.
Lagerlösungen von HTS TENTIQ: Innovative Lagerhallen und Lagerzelte
HTS TENTIQ bietet eine Vielzahl von Lagerlösungen, die für Unternehmen mit temporären oder saisonalen Lagerbedürfnissen ideal sind. Je nach Anwendungsbereich können reine Überdachungen, Zelthallen, unisolierte oder isolierte Lagerhallen errichtet werden.
Unsere Zeltsysteme sind vielseitige Strukturen, die bei weitem nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch als temporäre Lagerflächen genutzt werden können. Von kleinen Lagerzelten bis hin zu großen, multifunktionalen Konstruktionen lassen sich mit unseren Zeltsystemen alle Bedürfnisse für die Lagerung von Waren und Gütern decken. Lagerzelte sind ideal für Unternehmen, die kurzfristige und mobile Lösungen suchen. In wenigen Tagen aufgebaut, wird so schnell ein witterungsbeständiger Lagerraum geschaffen, der jederzeit wieder abgebaut und an einem anderen Ort aufgebaut werden kann.
Unisolierte Leichtbauhallen sind die optimale Lösung für die Lagerung von Waren, Fahrzeugen und Maschinen, die temperaturunempfindlich sind. Je nach Größe sind sie in wenigen Tagen aufgebaut. Unisolierte Lagerhallen bieten eine praktische Lösung für Unternehmen, die kurzfristig zusätzlichen Stauraum benötigen.
Für temperaturempfindliche Güter sind isolierte Lagerhallen die ideale Wahl. Diese Hallen bieten eine kontrollierte Umgebung zur Lagerung von Produkten wie Lebensmitteln oder pharmazeutischen Erzeugnissen, die spezielle Temperaturbedingungen benötigen. Durch ihre bessere Isolierung tragen sie zudem zur Reduzierung der Energiekosten bei.
Unsere Überdachungen sind robuste Aluminiumkonstruktionen, die effektiven Schutz für gelagerte Waren vor Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee oder UV-Strahlung bieten. Sie sind besonders nützlich als temporäre Lagerflächen oder als Erweiterung bestehender Lagerräume.
Fazit: Ihr Weg zu einem sicheren und effizienten Lagerbetrieb
Ein sicherer und effizienter Lagerbetrieb beginnt mit der richtigen Planung: Werden die potenziellen Gefahrenquellen vorab identifiziert, können entsprechende Maßnahmen getroffen werden, um die Risiken und Unfallgefahren zu minimieren.
Eine entscheidende Maßnahme ist, die richtige Lagerlösung zu schaffen. Robuste und auf die Betriebsabläufe angepasste Lagerhallen tragen wesentlich zur Lagersicherheit bei, auch ein effizientes Stapelsystem und die richtige Stapeltechnik schützen vor Unfällen und Gefahren. Je nach Nutzungskonzept können professionelle Lagerhallen von HTS TENTIQ auch um Anfahrschutz und weiteres Zubehör ergänzt werden, um die Sicherheit zu erhöhen.
Eine ordnungsgemäße Handhabung von Flurfahrzeugen, Geräten und Materialien kann durch regelmäßige Schulungen gesichert werden. Laufende Wartungen und Inspektionen stellen zudem sicher, dass alle Betriebsmittel und Maschinen einwandfrei funktionieren. Ein umfangreiches betriebliches Sicherheitskonzept schafft damit die Basis für ein sicheres Arbeitsumfeld und effiziente Betriebsabläufe.














